Nov
09

St. Martin, die “Wohlbekannten und eine tolle Aktion

Geschrieben von Zaubi · (93) mal gelesen

Alle Jahre wieder reitet ja bekanntlich der heilige St.Martin durch die Lande. Hier zumindest findet innerhalb der 14 Tage vor dem eigentlichen Martinstag am 11.11. ungefähr jeden Tag irgendein Martinszug von Schulen, Kindergärten o.ä. statt.

Mein Mann, der bekanntlich aus Norddeutschland kommt, kennt zwar Laternenumzüge , aber solche Martinszüge, die es hier gibt, mit (mehr oder weniger grossen) “Trötencombos” oder ganzen Spielmannszügen und vorneweg reitenden St.Martin hoch zu Ross ist ihm unbekannt ( wenn nicht sogar suspekt)….

Unsere Tochter war zwar im letzten Jahr schon mit beim Martinszug des Kindergartens , in dem meine Mutter arbeitet, aber so bewusst hat sie das wohl noch nicht mitbekommen. In diesem Jahr war das anders.

Die erste Begegnung der 3. (Martins-) Art hatten wir in der letzten Woche beim Abendessen. Auf einmal zog mit Tschinderassabumm ein Martinszug einer der Schulen auf unserer Strasse an unserem Haus vorbei. Mia erstarrte in ihrer Bewegung , schaute ganz erstaunt und fragte : “Sind das die Wohlbekannten?”

Zur Erklärung: alles, was irgendwie mit Kapelle oder dergleichen zu tun hat sind die Bremer Stadtmusikanten  und in dem Lied lautet die erste Zeile ” Wir sind die wohlbekannten lustigen Bremer Stadtmusikanten” . Sie liebt dieses Lied, wie ich schon in diesem Artikel beschrieb.

Zurück zur Geschichte: Sie wollte also unbedingt schauen, was denn die “Wohlbekannten” so treiben. Also kakaoverschmiertes Kind unter den Arm geklemmt, in Schlappen und Jogginghose die Treppe runtergestürzt und an die Strasse gestellt, wo die “Wohlbekannten” noch trötender und posaunenderweise an uns vorbeizogen, gefolgt von unzähligen Kindern mit Laternen. Mia war ganz begeistert und wollte auch mit. Angesichts des Aufzuges, in dem wir beide uns befanden musste ich leider einen abschlägigen Bescheid erteilen, versprach ihr aber, mit ihr einen der nächsten Züge mitzumachen.

Was man verspricht muss man natürlich auch halten, so rannte ich also in der letzten Woche in meiner Mittagspause durch Duisburh-Hamborn , um noch eine Laterne samt Laternenstock zu erhaschen, was sich sehr schwierig erwies ( Notiz an mich selbst: Im nächsten Jahr einen Monat vorher kaufen).

Ich machte mich also im Internet schlau, wo und wann hier die nächsten Züge liefen und wurde auch prompt fündig. Der Zug der nächstgelegenen Schule sollte am Donnerstag abend stattfinden. Mia freute sich wie Bolle, ich also samt Kind, Laterne und Fotoapparat bewaffnet los….Was soll ich sagen ? Er fand nicht statt. Aus irgendwelchen Gründen wurde er um einen Tag verschoben, wie mir eine offensichtlich gut informierte Anwohnerin verriet.

Nun war guter Rat teuer, denn wie erkläre ich einer noch nicht 3jährigen, dass die “Wohlbekannten” wohl heute nicht kommen werden? Mein Gatte, den ich per SMS informierte, schlug eine akut auftretende Erkrankung der Trötencombo vor. Gott sei Dank nahm Mia das so einfach hin, meinte dann auch noch, die wären BESTIMMT schon im Bett deswegen. Jaja mein Schatz *SchweissvonderStirnwisch*. Ich spazierte dann mit Kind und Laterne noch eine halbe Stunde durch unseren Stadtteil , damit wir nicht ganz umsonst aus dem Haus gegangen sind.Mia fand das toll.

Am nächsten Abend versuchten wir es nochmal. Und es war ein toller Abend für Mia. Sie kam aus dem Staunen nicht mehr heraus : das Pferd, der Martin obendrauf, und jede Menge Kinder mit Laternen. Nun, die “Wohlbekannten” waren eine mehr als spärliche Combo ( 1 Posaunist, 1 Trompeter, 1 Trommlerin und 1 *man höre und staune* Saxophonist) und das wars dann. Aber unserer Zwergin war das egal. Sie fand das alles supertoll!

Gestern war dann bei uns verkaufsoffener Sonntag. Ich fuhr mit Mia mit dem Bus dorthin, natürlich nichtsahnend. Zusätzlich war auch noch Stadtteilfest mit Karussell etc. Mia hatte voll Spass, als sie alleine Karussell fahren durfte. Und dann geschah es : Wir gerieten mitten in den grössten Martinszug , den ich in meinem ganzen Leben mitgemacht habe. Er wurde offensichtlich von der Gemeinde St. Michael hier in Duisburg-Meiderich organisiert und war einfach nur klasse. Der Zug wurde angeführt von einem St.Martin hoch zu Ross. Grad als er an uns vorbeilief , liess das Pferd einiges “fallen” . Zur Erheiterung der Umstehenden krähte natürlich meine Zwergin sofort empört los: “Kuck mal Mama! Das Pferd hat A-A auf die Strasse gemacht!!Das tut man aber nicht ” :-) Das Gelächter war entsprechend gross.

Wir reihten uns einfach in den Zug ein. Dieser wurde von drei grossen Spielmannszügen, Kapellen etc. begleitet und unzähligen Kindern sämtlicher Altersklassen mit Laternen und Fackeln. Alles sang , was die Kehlen hergaben und meine Zwergin sang mit :-) Da sie den Text teilweise natürlich nicht kannte, sang sie halt “Lalala” oder summte mit.

Am Ende der Einkaufsstrasse brannte schon das Feuer. Es war eine Bühne aufgebaut , und der Pfarrer hat die Martinsgeschichte erzählt und das richtig toll. Er hat die umstehenden Kinder dabei mit eingebunden und Fragen zur Geschichte gestellt, die die Kinder dann beantworten musste/ durften/ konnten. Dabei wurde dann noch “St. Martin ritt durch Schnee und Wind” gesungen. Zum Schluss wurde dann noch ein gemeinsames Gebet gesprochen. Und weil die Martinsgeschichte ja eine Geschichte des “Teilens” war , hatte sich die Kirchengemeinde was ganz Besonderes ausgedacht. Vor der Kirche war ein riesiges Lebkuchenhaus aufgebaut …..

Foto 4

Dies wurde dann unter allen anwesenden Kindern verteilt. Da war was los :-)

Alles in allem fand ich das eine tolle Aktion und unsere Kleine hatte glaube ich einen Heidenspass. Sie hat noch den ganzen Abend davon erzählt……

In diesem Sinne …….

Eure Zaubi

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4 Kommentare

1

Als ich noch ganz klein war, hat mein Dad in unserem Dörfchen immer den “armen Mann” gespielt, der am Feuer auf den Sankt Martin gewartet hat.
Danach gab´s immer eine Tüte mit Leckerzeug und wir sind dann noch mit unseren Laternen die Straße entlang gezogen um an den Häusern zu singen und noch mehr Süßes zu bekommen…….
Hach ja…. das waren noch Zeiten :yes:

2

ja der st. martin
wir hatten gestern unserem umzug

im kiga wird schon seit wochen martinslieder gesungen und dort hat luca auch seine laterne gebastelt

gestern abend ging es dann quer durchs dorf dem pferd hinterher

im anschluß gib es bei uns immer eine martinsbrezel(hefebrezel mit zucker drauf) für alle und glühwein/kakao am großen feuer

unser junior ist jedes jahr wieder begeistert und in diesem jahr hat er alle lieder lauthals mitgesungen
ich finds immer wieder schön

3

Irgendwie war damals doch alles noch in unsere Augen spannender.
Aber das mit den Martinsbrezeln gibts hier gar nicht so, zumindest wäre mir das nicht bekannt.
Aber das Martinssingen, bei anderen Leuten an der Türe bimmeln und Süssigkeiten bekommen, DAS gibts hier auch. Und das haben wir als Kinder auch ausreichend zelebriert :-)

4

Wow, das ist ja echt lange her…:) Die Geschichte von patsy hat mir aber gefallen- echt traurig :-(

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